Hygiene


Aufgrund vieler Anfragen haben wir zum Thema Hygiene wissenswertes auf dieser Seite zusammengestellt. Etwas Texte, stichpunktartig dargestellt soll Euch die Hygiene, besonders für die praktische Arbeit, näher bringen.

Hygiene = Hygieia (Göttin der Sauberkeit, Gesundheit, Reinlichkeit)

Definition:

(eine von vielen, nicht gerade die neueste aber kurz und verständlich)
Hygiene ist die präventive Medizin, die Lehre, wie Krankheiten vermeidbar sind
und darüber hinaus die Gesundheit selbst, vermehrt werden kann, so daß
Krankheiten weiniger leicht entstehen.
(Rubner, Mitbegründer der wissenschaftlichen Hygiene um 1900)


Inhaltsverzeichnis:

Bereiche der Hygiene und Aufgaben
Persönliche Hygiene im Krankenhaus
Grundlegende Begriffe der Krankenhaushygiene
Infektionswege und Infektionsübertragung
Desinfektionsmethoden
Isolierungsarten und deren Anwendung


Bereiche der Hygiene und Aufgaben

Umwelthygiene
Einwirkung von äußeren Umweltfaktoren auf den Menschen
z.B. Wasser-, Luft-, und Bodenverschmutzung
Sozialhygiene
Einfluß der Gesellschaft auf die Gesundheit des einzelnen, Gefährdung durch das Lebensalter, Armut oder Wohlstand
Psychohygiene
Schaffen einer günstigen geistig-psychischen Situation, begründet durch die
heutige Situation des Menschen. z.B. innere Unausgeglichenheit, Kontaktschwierigkeiten, in der Massengesellschaft, Reizüberlastung, können
zu Schädigung des Organismus führen.
Krankenhaushygiene
Ursachen für die Entstehung von im Krankenhaus übertragbare Infektionskrankheiten untersuchen, Maßnahmen zu deren Verhütung erarbeiten.
Persönliche Hygiene
Pflege des Körpers im weitesten Sinne.
z.B Körperpflege, Bekleidung, Ernährung, Freizeit, Schlaf, Arbeit


Persönliche Hygiene im Krankenhaus

Die hygienische Händedesinfektion soll aus der Umgebung aufgenommene Keime möglichst rasch unschädlich machen.
Deshalb:
zwischen allen Arbeitsgängen und
- nach Kontakt mit Patienten
- nach Kontakt mit Ausscheidungen,
- nach Verbandswechsel
- vor dem Kontakt mit Patienten
- vor dem Verbandswechsel
- vor dem Betten machen
Dienstkleidung
Unterstütz die nötige Distanz, Symbol fachlicher Kompetenz. Hilft der
Orientierung und Beziehungsaufnahme. Bild des Berufsstandes in der Öffentlichkeit. Dienstkleidung ist Arbeitskleidung.
Schutzkleidung
Schutzkittel, Mundschutz, Hauben und Gummischuhe sind täglich zu wechseln
oder Einmalartikel ( OP-Abteilung, Infektionsbereich, Intensivbereich)
Dienstschuhe
Aus glattem Oberleder, leicht zu reinigen; rutschsichere Sohle; fester Sitz am Fuß
vorne geschlossen - hinten mit Fersenriemen
Haare
müssen zusammengehalten werden, dürfen Patienten nicht ins Gesicht hängen.
Verletzungsgefahr und Infektionsgefahr
Schmuck, Uhren
Verletzungsgefahr


Grundlegende Begriffe der Krankenhaushygiene

Antibiotikum
Chemisch unterschiedliche Stoffwechselprodukte verschiedener Organismen, z.B. Pilze
Antisepsis
Vernichtung von Keimen mit physikalischen oder chemischen Mitteln.
Asepsis
Absolute Keimfreiheit, die durch Sterilisation erreicht wird.
Bakterien
Einzellige Kleinlebewesen
Desinfektion
selektive Verminderung der Keimzahl
Infektion
Eindringen und Vermehrung von Erregern im Organismus und die Reaktion darauf.
Infektionswege
Art und Weise, wie Erreger in den Organsimus gelangen
Kontamination
Verunreinigung von Oberflächen
Krankenhaushygiene
Alle Methoden zur Verhütung von im Krankenhaus erworbener Krankheiten.
Krankenhausinfektionserreger
Mikroorganismen, die gerne besonders gefährlich sind. Wegen i
hrer raschen Verbreitung Resistenzen geenüber Antibiotika entwickeln.
Mikroben
Kleinlebewesen
Nosokomiale Infektion
Jede durch Mikroorganismen hervorgerufene Infektion, die im
Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt stehen, unabhängig davon, ob im Krankenhaus Erscheinungen auftreten oder nicht.
Reinigung
Mechanische Beseitigung von Keimen
Resistenz
Unempfindlichkeit, Widerstandsfähigkeit evtl. genetisch verankert
Sepsis
Systemerkrankung, die durch pathogene Mikroorganismen und deren toxische Produkte im
Blut verursacht werden.
Sterilisation
Abtöten od. Inaktivieren der Keimzahl


Infektionswege und Infektionsübertragung

1. Wirt oder Infektionsquelle
Lebende Organsimen, Flächen oder Gegenstände, Körpersekrete,
infektiöse Wunden, Hautbereich.
2. Austrittsporfte
Alle natürlichen Körperöffnungen, durch Verletzung oder Erkrankung
entstandene Öffnungen.
3. Überträger
Direkt durch Berührung oder indirekt über ein Medium
4. Eintrittspforte
= Austrittspforte
5. Neuer Wirt, neue Infektionsquelle --------------1.

Art und Weise der Infektionsübertragung:

Aerogene Infektionen = Tröpfcheninfektionen (Anhusten, Niesen, Staub)

Haut-, Schleimhaut und Wundinfektion ( direkter Haut bzw. Schleimhautkontakt
z.B.Geschlechtsverkehr)

Trans- bzw. Perkutaner Infektionsweg ( Insektenstiche, Injektionen, Verletzungen der Haut )

Qrale Infektion = Schmierinfektion ( Lebensmittel, Medikamente, Mund, Gegenstände )

Wachstumsbedingungen für Mikroorganismen:
- Sauerstoff
- Nahrung ( Infusionslösungen, Abfalleimer )
- Feuchtigkeit ( Naßzellen, Waschbecken, Fußboden )
- Wärme ( Heizkörpernischen, unter der Bettdecke )
- Dunkelheit ( unter der Bettdecke )
- Beschaffenheit der Gegenstände ( z.B. rauhe Oberflächen)


Desinfektionsmethoden

Chemische Methoden
-Sprühdesinfektion (Hautdesinfektion z.B. vor Injektionen) -Wischdesinfektion (ist wenn möglich der Sprühdesinfektion vorzuziehen)
-Eintauchdesinfektion (für Instrumente, welche im geöffnetem Zustand eingelegt werden um die gesamte Fläche zu erfassen.
Physikalische Methoden
-
Hitze (strömender Dampf, Kochen, Heißluft)
- Feuer (Abflammen Verbrennen)
Grundregeln zur chemischen Desinfektion
- Gegenstäde immer zuerst desinfizieren dann reinigen
- Handschuhe tragen, um Hautkontakt mit dem Desinfektionsmittel zu vermeiden
- Richtige Dosierung
- Richtige Temperatur
- Richtige Einwirkzeit
Sterilisationsverfahren
Dampfsterilisation
(Anwendung von feuchter Hitze. Erfolgt im Autoklaven in gespannten, gesättigtem Dampf bei 120° C, 1 Bar Überdruck, mind. 20 Minuten Einwirkzeit oder
134° C, 2 Bar Überdruck, mind. 5 Minuten Einwirkzeit ).
Einsatzgebiete: alle Instrumente, Verbandsmaterial, allle Materialien die Temperaturen von 134° und heiße Wasserdämpfe vertragen.
Heißluftsterilisation
(Anwendung von trockener Hitze. Erfolgt im Autoklaven bei einer Temperatur
von 180° C mind. 30 Minuten Einwirkzeit ).
Einsatzgebiete: hitzebeständige Puder, Substanzen die kein Wasser enthalten z.B. Öl, Fett, Glyzerin Material aus Glas, Porzellan und Metall.
Gassterilisation
(Geschieht in aufwendigen Geräten, die nur von geschultem Personal bedient werden
können. Die keimabtötende Wirkung beruht auf der Toxizität des Gases ).
Einsatzgebiete: Kunststoffmaterialien, Materialien die kein anderes Verfahren aushalten.
Strahlensterilisation
(Geschiet mit energiereichen Strahlen oder Elektronenbeschuß. Die Keimabtötende
Wirkung beruht auf der Strahlendosis ).
Einsatzgebiete: Einmalartikel, Spritzen, Nahtmaterial, Katheter.


Isolierungsarten und deren Anwendung

Standardisolierung
Indikation ist der infizierte Patient auf Station (z.B. MRSA).
Strikte Isolierung
Indikation ist der infektiöse Patient mit einer meldepflichtigen Infehtionserkrankung
(Tetanus, Syphilis,
Cholera, Typhus...)
Umkehrisolation
Indikation ist der Patient mit einer stark herabgesetzter Körpereigenen Abwehr (HIV Patient, Leukämie Krebspatienten mit Immunsuppresion durch Chemotherapie...)
Ziel der Umkehrisolation
- wenig Keime zu Übertragen (Händedesinfektion, nur saubere Sachen ins Zimmer bringen, kein Zutritt für Personen mit Infekt, Besucher anleiten, Arbeitsgänge koordinieren).
- Keime des Patienten zu reduzieren (Desinfektion der Körperoberfläche und Orifizien, Reduktion derKeime im Mund, Rachen und Magen-Darm-Trakt, Keime in der Ernährung reduzieren)
- Infektionen rechtzeitig erkennen (Intensive Krankenbeobachtung. Intensive Pflege, Information und Instruktion des Patienten)
Situation des isolierten Patienten
- Verlust von persönlicher Beziehung
- Verlust der Intimsphäre
- Langeweile, Depression, Aggresion
- Verlust sozialer Bezüge
- Abhängikeit von der Umgebung / Pflegepersonal